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Biologie

 

Der Erreger der Schwarzbeinigkeit ist ein bodenbürtiger Pilz namens Gaeumannomyces graminis (älterer Name: Ophiobolus graminis). Er gehört zu den Ascomyceten, einer Gruppe aus der etliche phytopathogene Pilzarten stammen. Von Gaeumannomyces graminis gibt es drei wichtige Varietäten (Abk.: var., vergleichbar mit Unterarten), die sich auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert haben:

 - var. tritici (Abk.: Ggt) Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Mais und zahlreiche Gräserarten, z.B. Knaulgras, Quecke, Trespe, Weidelgras und Wiesenschwingel
 - var. avenae (Abk.: Gga) besonders Hafer und einige Futtergräser, seltener Weizen und Gerste
 - var. graminis (Abk.: Ggg) Reis, Federborstengras, St. Augustine-Gras

 

 

 

Unter deutschen Anbaubedingungen kommt die erstgenannte Varietät, Gaeumannomyces graminis var. tritici (Ggt), am häufigsten vor und hat auch die größte wirtschaftliche Bedeutung.

Ausgehend von Stoppelresten und Ungräsern infiziert Ggt seine Wirtspflanzen. Er entwickelt sich am besten in mäßig feuchten, gut durchlüfteten Böden bei 10–20 °C. Das Pilzmyzel wächst zunächst mit dicken, dunkelbraunen Laufhyphen bis zur Oberfläche von Wurzeln und der Halmbasis und dringt dann mit dünnen, farblosen Infektionshyphen in Wurzelrinde und Leitungsbahnen ein. Die dunklen Laufhyphen dienen auch der Verbreitung innerhalb des Wurzelsystems einer Pflanze und zwischen Pflanzen im Bestand, wodurch oft ein nesterweises Auftreten der Schwarzbeinigkeit zu beobachten ist.

Ab Juni, meist im September-Oktober, bildet Ggt dunkle, flaschenförmige Perithecien (Fruchtkörper), deren Öffnungskegel aus dem Pflanzengewebe herausragen. Die dort gebildeten Ascosporen werden mit dem Wind verfrachtet und können neue, weiter entfernte Flächen besiedeln. Für die Verbreitung im Bestand spielen die Ascosporen aber kaum eine Rolle.

Je nach Stärke der Infektion werden das Wachstum und die Funktion der Wurzeln – besonders die Wasser- und Nährstoffaufnahme – erheblich gestört, was ein Vergilben der Blätter und Notreife mit schlechter Kornausbildung verursachen kann. Milde feuchte Witterung im Herbst und Winter sowie im Vorsommer begünstigt die Erregerentwicklung. Für das Schadensmaß ist entscheidend wann der Pilz die Halmbasis erreicht und dort Kronenwurzeln und Halm zerstört. Bei trockener, heißer Witterung im Juli, vor allem auf leichten Böden, sind dann die Auswirkungen des Befalls besonders hoch.